frauengesundheit.at - Frauenheilkunde - Gynäkologische Untersuchungen - Zytologie

HPV aufdecken durch PAP-Abstrich

Man erkennt hier HPV-typische Veränderungen der Zellen an der Zervix.

Es gibt hier spezifische Methoden zur HPV-Typisierung (Polymerase-Kettenreaktion PCR). Die HPV-Typisierung scheint vom derzeitigen Standpunkt her nur bei leicht- und mittelgradigen Dysplasieformen* sinnvoll, da nur hier der HPV-Typ eine prognostische Bedeutung hat. Insbesondere bei etwa 1-3% aller Abstriche kommt es zu einem PAP-III. Bei dieser Gruppe kann durch Einsatz einer HPV-Typisierung eine sehr gute und relativ einfache Charakterisierung bzw. Veränderung durchgeführt werden. Insbesondere wenn es zu einer Weiterentwicklung kommt zu einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie**, wo es nach einer HPV-Typisierung zu einem Hochrisiko- und einem Niedrigrisikokollektiv kommen sollte. Dementsprechend sollte die Behandlung auch adaptiert werden (low risk - abwartendes konservatives Management; high risk - kürzere Intervalle zur Kontrolle). Hier sollte man anmerken, dass Frauen mit unauffälligen Zervixzytologien bei nachweisbaren high risk-HPV-Infektionen in 40% eine zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) entwickeln. In Skandinavien laufen daher Projekte, die Vorsorgeabstriche bei Frauen über 35 in jährlichem Abstand nur bei Hochrisiko-HPV-Nachweis vorsehen, während bei fehlender Hochrisiko-HPV-Infektion das Screeningintervall auf 5 Jahre verlängert werden könnte.

Univ. Prof. Dr. Rainer Lehner, 6/2001
 * Dysplasie: Fehlbildung, hier von Zellen am / im Gebärmutterhals
** Neoplasie: Neubildung von Gewebe, autonomes Überschusswachstum