frauengesundheit.at - Frauenheilkunde - Menopause / Klimakterium / Wechsel
   

Hormontherapie im Wechsel

Ein Überblick über Vor- und Nachteile zu einem umstrittenen Thema

Obwohl der Wechsel (das Klimakterium) keine Krankheit ist, kommt es in dieser Zeit doch häufig zu Beschwerden. Außerdem prasselt eine Fülle von Informationen aus den Medien auf die betroffenen Frauen nieder, sodass es mitunter schwer fällt, sich zurechtzufinden.

Diese Übersicht soll Ihnen helfen, sich selbst ein Bild über diese sensible neue Lebensphase zu machen und die Vor- und Nachteile einer Hormonersatztherapie gegeneinander abzuwägen.

Wann tritt der Wechsel ein?

Meistens zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr. Zunächst wird die Hormonregulation unregelmäßig, es kommt zu Schwankungen zwischen Überschuss und Mangel.

Wann hören die Blutungen auf?

Etwa in der Mitte des Wechsels, meist um das 50. Lebensjahr.

Was sind die häufigsten Wechselerscheinungen?

Veränderungen im Körperbild (Haut, Bauchumfang, Brüste, Haar), unregelmäßige, später dann fehlende Monatsblutungen, rheumaartige Gelenksbeschwerden, Schlafstörungen, Hitzewallungen

Werde ich mit einer Hormontherapie Gewicht zunehmen?

Die meisten Frauen nehmen während des Wechsels einige Kilogramm an Gewicht zu. Eine richtig dosierte Therapie beeinflusst das Gewicht nicht zusätzlich.

Wird das Risiko für Krebserkrankungen durch eine Hormontherapie erhöht?

Das Erkrankungsrisiko für Brustkrebs nimmt während einer Hormonersatztherapie, die über 5 Jahre andauert, um ungefähr 10 % zu. Allerdings nimmt die Sterblichkeit um ca. 25% ab! Andere Krebserkrankungen werden nicht beeinflusst. Nach Ende der Therapie sinkt das Risiko wieder auf den Ausgangswert.

Welche Vorteile hat die Hormonersatztherapie?

Die Wechselerscheinungen werden reduziert. Die Knochen werden vor Osteoporose, die Blutgefäße vor Verkalkung geschützt, der Cholesterin- und Blutfettgehalt wird gesenkt. Die sexuellen Empfindungen können sich verbessern. Blutungsstörungen werden behoben. Die Lebenserwartung steigt um ca. 2 Jahre. Insgesamt soll sich das Lebensgefühl verbessern.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die Nebenwirkungen sind meist dosisabhängig. Durch individuelle Anpassung der Therapie ist meist eine gute Verträglichkeit zu erreichen. Venenbeschwerden, Brustbeschwerden, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen sind relativ häufig. Bereits fehlende Blutungen können wieder in Gang kommen. Das Risiko, schwanger zu werden, nimmt nicht zu.

Die Wechselerscheinungen werden reduziert. Die Knochen werden vor Osteoporose, die Blutgefäße vor Verkalkung geschützt, der Cholesterin- und Blutfettgehalt wird gesenkt. Die sexuellen Empfindungen können sich verbessern. Blutungsstörungen werden behoben. Die Lebenserwartung steigt um ca. 2 Jahre. Insgesamt soll sich das Lebensgefühl verbessern.

Wer soll Hormone einnehmen?

Frauen mit ausgeprägten Wechselbeschwerden, bei vorzeitigem Wechsel, bei Gefahr von Osteoporose oder Durchblutungsstörungen des Herzens. Es darf keine Gegenanzeigen geben, wie z.B. bestehender Brustkrebs, Blutgerinnungsstörungen und andere Risiken. Es handelt sich um rezeptpflichtige Medikamente, das heißt, dass ein Arzt eine Indikation stellen muss. Keinesfalls kann eine Therapie nach Lust und Laune erfolgen, jede Verschreibung muss individuell und nach dem jeweiligen Beschwerdebild erfolgen.

In welcher Form erfolgt die Therapie?

Es gibt Tabletten, Pflaster, Injektionen, Implantate, Salben, Zäpfchen. Auf welchem Weg die Hormone in den Körper gelangen, ist nicht von entscheidender Bedeutung. Grundsätzlich sind zunächst solche Produkte vorzuziehen, bei denen eine rasche Anpassung, also auch eine jederzeitige Beendigung der Therapie möglich ist. Bei operierten Frauen ist eine andere Therapie nötig als bei Frauen, die ihre Gebärmutter noch haben.

Wie lange dauert die Therapie?

Es handelt sich um eine Langzeitbehandlung, normalerweise über mehrere Jahre. Die Therapie kann jedoch jederzeit beendet werden. Eine Anwendung "nach Bedarf" ist gefährlich und abzulehnen. Der Arzt/die Ärztin soll mindestens 1x /Jahr eine Untersuchung durchführen sowie über die Notwendigkeit oder Sinnhaftigkeit einer Weiterbehandlung mit der Anwenderin sprechen. Bei Unklarheiten über die Dosierung kann ein Blutbefund ("Hormonstatus") weiterhelfen. Regelmäßige Mammographien (mindestens alle 2 Jahre) sind dringend zu empfehlen.

Dr. Andreas Kvarda, 6/2001


Weitere Artikel zum Thema Menopause / Klimakterium / Wechsel: