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Der gynäkologische Abstrich

Wozu diese Untersuchung, die notwendig und regelmäßig durchgeführt wird, dient, was sie kann und wie sie funktioniert.

Der gynäkologische Abstrich dient der Erkennung von Zellveränderungen am untersten Ende der Gebärmutter, genannt "Cervix". An dieser Stelle stoßen die Gewebszonen von Scheide und Gebärmutter aneinander. Hier ist eine besonders empfindliche und krankheitsanfällige Zone. Entzündungen, Geschwüre, Polypen bis hin zum gefürchteten Gebärmutterhalskrebs (Cervixcarcinom) können hier entstehen.

Der regelmäßig (alle 6 bis spätestens alle 12 Monate) durchgeführte Abstrich erkennt zuverlässig Veränderungen an der Cervix und warnt rechtzeitig vor der Entstehung von Krebs.
Der Gebärmutterhalskrebs entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über Vorstufen und vorerst harmlose Frühformen ("Carcinoma in situ") über einige Jahre hinweg, sodass die Wahrscheinlichkeit, noch vor der eigentlichen Krebsentstehung eingreifen zu können, äußerst hoch ist.

Krebsvorsorge

Die Ursachen dieser Erkrankung sind noch nicht restlos erforscht, es sind jedoch mehrere Risikofaktoren bekannt. So dürfte es sich um einen sogenannten "Reizkrebs" handeln, der durch jahrelange chronische Entzündungen hervorgerufen wird. Vor allem ein Virusinfekt ("HPV-Virus") dürfte eine wesentliche Rolle spielen. Leider verläuft diese Infektion völlig beschwerdefrei und kann jahrzehntelang bestehen, ohne daß es zu Symptomen kommt. Sehr frühzeitige Aufnahme sexueller Beziehungen, vor allem wenn sie ohne schützendes Kondom erfolgen, sowie häufig wechselnde Partnerschaften erhöhen die Gefahr einer solchen Infektion. Der Abstrich wird unter Sicht mittels eines Stäbchens oder einer Drahtöse durchgeführt und die gewonnenen Zellen von einem Pathologen in fünf Stufen beurteilt. Stufe 1 und 2 sind normal, Stufe 3 ist kontrollbedürftig (unklare Verhältnisse, mangelhafter Transport, akute Entzündung, grenzwertiger Befund), Stufe 4 wird durch eine kleine Operation (Konisation) behandelt, Stufe 5 bedeutet hochgradiger Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs. Der Abstrich kann Eierstockkrebs und Krebs des Gebärmutterinneren, beides seltenere Erkrankungen, nicht erkennen. Der Gebärmutterhalskrebs hat jedoch durch diese Untersuchung weitgehend seinen Schrecken verloren.

Autor: Dr. Andreas Kvarda, Juni 2000


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